Vertrauen in Zeiten des Misstrauens: Was Führungskräfte aus der gesellschaftlichen Vertrauenskrise lernen können

Vertrauen gilt als Grundlage erfolgreicher Führung. Doch was passiert, wenn Misstrauen zum gesellschaftlichen Normalzustand wird? Viele Führungskräfte erleben genau das: Schweigen in Meetings, sinkende Beteiligung und wachsende Skepsis gegenüber Entscheidungen. Dieser Beitrag zeigt, warum Vertrauen nicht so einfach eingefordert werden kann, wie es tatsächlich entsteht und welche Rolle Selbstwirksamkeit, situative Führung und integrale Organisationsentwicklung dabei spielen.
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Bevor es mit dem aktuellen Blogbeitrag losgeht, möchten dich die Autor*innen dieses Textes zu einem kleinen Spiel einladen: Wir stellen die „Vertrauensfrage“:

Zu wie viel Prozent vertraust du uns? Hä, bitte was? Richtig gelesen! Schenkst du uns, bevor du auch nur eine Zeile dieses Textes gelesen hast, Vertrauen? Also: Wie viel Prozent? (Schade, dass wir deine Antwort nicht erfahren. Dennoch machen wir mal weiter …) Was müsste während der Lektüre dieses Textes passieren, damit dein Vertrauen in uns wächst? Und was, damit du Vertrauen in uns verlierst? Hast du schon eine Antwort für dich gefunden? Prima. Noch ein bisschen wollen wir dieses Spiel weiterspielen. Wirf bitte einen Blick auf unsere Fotos und unsere Kurzbeschreibungen. Wie viel Prozentpunkte deines uns (nicht) entgegengebrachten Vertrauens vor der Lektüre des Beitrags münzen darauf, wie wir aussehen? Und darauf, was du über uns erfahren hast? Wenn du dich nun fragst, wie man diese Fragen sinnvoll beantworten soll, kein Problem. Mach einfach weiter. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Kennst du eigentlich noch weitere Blog-Texte von uns? Das führt zur abschließenden Frage: Wie viel Prozentpunkte deines uns entgegengebrachten Vertrauens lassen sich damit begründen, dass du bereits weitere Texte von uns gelesen hast – oder auch nicht?

Wir vermuten, belastbare Antworten auf diese sehr abstrakten Fragen zu finden, ist gar nicht so einfach. Wir hoffen aber, dass dir dieses kleine Spiel – unsere Vertrauensfrage – ein wenig Freude bereitet hat, und danken dir für deinen Vertrauensvorschuss, dass du dich darauf eingelassen hast!

Vielleicht ist dir beim Spielen aufgefallen, dass sich deine Antworten auf drei Ebenen bewegt haben: auf die der eigenen Einschätzung und inneren Haltung (Ich), auf die deiner Beziehung zu uns als Autor*innen – als einem Gegenüber, dem du (noch) nicht begegnet bist (Wir) –, und auf die der Sache selbst, also des Themas, um das es in diesem Beitrag geht (Es). Genau diese drei Dimensionen beschreibt Ruth Cohn in ihrer Themenzentrierten Interaktion (TZI): Kein Thema entfaltet sich im Vakuum – es wird immer von Menschen mit je eigener Geschichte mitgebracht, in einer Beziehung verhandelt und durch einen Kontext geformt. Vertrauen ist dafür vielleicht das deutlichste Beispiel überhaupt. Denn Vertrauen existiert nie abstrakt – es entsteht oder scheitert genau in diesem Dreieck.

Und nun viel Vergnügen mit dem eigentlichen Beitrag …

Die große Erosion: Warum Vertrauen kollabiert

Wir gestatten uns eine Beobachtung unserer Zeit: Misstrauen ist gesellschaftsfähig geworden. Und: Fehlendes Vertrauen erschüttert momentan die Grundfeste unserer Demokratie.

Zwei Thesen, die wehtun. Schauen wir genauer hin: Misstrauen ist keine individuelle Haltung, sondern sie prägt das kollektive Grundgefühl. Institutionen, die einst als selbstverständliche Stützen galten – Parlamente, Gerichte, Wissenschaft, Medien –, stehen unter Generalverdacht, müssen sich erklären, rechtfertigen, verteidigen. Expertenwissen wird als Meinungsäußerung behandelt, Meinungsäußerungen werden zur Wahrheit erklärt. Und die Grenze dazwischen ist kaum noch erkennbar.

Die Gegenwart ist mit all ihren Problemen, Krisen, Konflikten, öffentlichen Stimmen und Meinungen so komplex und kompliziert geworden, dass wir Menschen geradezu nach Vereinfachung gieren. Selbst diejenigen unter uns, die insgesamt wohlwollend auf Institutionen schauen, sind verunsichert. Unser Misstrauen ist eine rationale Reaktion auf erlebte – und gefühlte – Enttäuschungen: Versprechen, die (vermeintlich) nicht gehalten wurden. Krisen, die (mehr) schlecht (als recht) gemanagt wurden – vor allem aus der Rückschau. Fehlende Solidarität und wachsende Ungerechtigkeit in einer Gesellschaft, in der die Schere zwischen Arm und (Super-)Reich und damit zwischen Macht und Ohnmacht immer weiter auseinanderdriftet.

Vertrauen wird nicht grundlos vergeben – und es wird nicht grundlos entzogen. Das Fatale an diesem Prozess: Er ist selbstverstärkend. Misstrauen verhindert Kooperation. Fehlende Kooperation erzeugt schlechtere Ergebnisse. Schlechtere Ergebnisse bestätigen das Misstrauen. Ein Kreislauf, der sich dreht – und der nicht nur die Demokratie betrifft, sondern jede Form organisierter Zusammenarbeit. Auch die im Büro nebenan.

Das Paradox der Führung: Wer Vertrauen einfordert, verliert es

Führungskräfte spüren diese Erosion. Nicht immer als abstraktes gesellschaftliches Phänomen, sondern sehr konkret: als Desengagement, als Rückzug, als das berühmte Schweigen im Teammeeting. Die Reaktion darauf folgt oft einem vorhersehbaren Muster: mehr Kontrolle, mehr Prozesse, mehr Reporting. Als könnte man Vertrauen durch Überwachung ersetzen.

Du ahnst es schon: Das kann man natürlich nicht. Im Gegenteil: Kontrolle signalisiert Misstrauen. Und wer signalisiert, dass er dem anderen nicht traut, sollte nicht erwarten, dass der andere ihm vertraut. Das ist das eigentliche Paradox moderner Führung: Je mehr Vertrauen eingefordert oder performt wird – durch Teambuilding-Events, Leitbildprozesse, Authentizitäts-Posts auf LinkedIn –, desto unglaubwürdiger wird es.

Hierarchie allein trägt keine Legitimität mehr. Das ist eine der tiefgreifendsten Veränderungen der letzten Jahrzehnte. Position gibt Entscheidungsmacht – aber keine Gefolgschaft. Die muss man sich verdienen. Immer wieder neu.

Was Vertrauen wirklich braucht – und warum es schwerer ist als gedacht

Vertrauen entsteht nicht durch Kommunikation. Es entsteht durch Konsistenz. Durch das wiederholte Erleben, dass jemand das tut, was er sagt – auch dann, wenn es unbequem ist. Auch dann, wenn niemand zuschaut. Amy Edmondson, deren Forschung zur psychologischen Sicherheit Organisationen weltweit verändert hat, beschreibt Vertrauen nicht als emotionalen Zustand, sondern als strukturelle Bedingung: Es muss sicher sein, sich zu zeigen, Fehler zu machen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

Was das konkret bedeutet: Vertrauen erfordert Verletzlichkeit als Vorinvestition. Führungskräfte, die eigene Unsicherheiten zeigen, die zugeben, wenn sie etwas nicht wissen, die Fehler benennen, bevor andere sie entdecken – sie schaffen den Raum, in dem Vertrauen überhaupt erst entstehen kann. Das klingt einfach. Es ist es nicht. Denn Verletzlichkeit unter Leistungsdruck kostet etwas. Und die Garantie, dass sie erwidert wird, gibt es nicht.

Der Vertrauensvorschuss: Wer anfängt, riskiert etwas – und verändert trotzdem alles

Hier liegt eine der interessantesten Fragen der Vertrauensforschung: Wirkt Vertrauen wechselseitig?

Exkurs
Wir laden dich ein zu einem Gedankenspiel: Wir – du und die beiden Autor*innen dieses Textes – kennen uns nicht. Nach einem kurzen Gespräch, in dem du uns von einem Projekt berichtest, das dir sehr am Herzen liegt, bieten wir dir an, dir 10.000 Euro zur Verwirklichung zu leihen. Würdest du es annehmen? Und umgekehrt: Würdest du 12 Monate später, nachdem du dein Projekt erfolgreich beendet hast, uns ebenfalls das Vertrauen schenken und uns die gleiche Summe leihen? Würdest du es tun, wenn wir dir zuvor keinen Vertrauensvorschuss geleistet hätten

Hat der Vertrauensvorschuss der einen Seite also einen Effekt darauf, ob die andere Seite ebenfalls mehr vertraut? Die Antwort lautet: ja – aber nicht automatisch und nicht sofort. Spieltheoretische Studien zeigen, dass Kooperation am stabilsten ist, wenn eine Seite bereit ist, den ersten Schritt zu machen, ohne sofortige Gegenleistung zu erwarten. In der Organisationspsychologie nennt man diesen Mechanismus bisweilen „signaling trust“: Wer demonstrativ Kontrolle abgibt, wer Informationen teilt, bevor er dazu gezwungen wird, wer jemandem eine Aufgabe überträgt, obwohl er dessen Erfolg nicht garantieren kann – der sendet ein Signal. Und Signale verändern das Klima.

Das gilt nicht unbegrenzt. Wiederholter, einseitiger Vertrauensvorschuss ohne jede Resonanz ist keine Tugend, sondern Naivität. Aber in den meisten Organisationen ist das Problem nicht das Zuviel an Vorleistung, sondern das Zuwenig: Alle warten darauf, dass der andere anfängt. Führung bedeutet in diesem Kontext, diesen Stillstand zu durchbrechen – und das Risiko des ersten Schritts bewusst auf sich zu nehmen.

Niklas Luhmann, einer der einflussreichsten Soziologen des 20. Jahrhunderts, hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie moderne Gesellschaften überhaupt funktionieren können – angesichts einer Welt, die zu komplex ist, um sie vollständig zu durchschauen. Seine Antwort: durch Vertrauen. Gemeint ist damit nicht das Gefühl, nicht das romantische Ideal, sondern Vertrauen als ganz pragmatischen Mechanismus. Wer vertraut, handelt, als ob die Zukunft bereits bekannt wäre – obwohl sie es nicht ist. Vertrauen ist damit immer ein Vorgriff auf etwas Ungewisses, eine Art riskante Wette auf das Verhalten des anderen. Es ersetzt nicht Wissen – es überbrückt dessen Fehlen.
Für Organisationen hat das eine sehr konkrete Konsequenz: Ohne Vertrauen wäre koordiniertes Handeln schlicht nicht möglich. Zu viele Entscheidungen, zu viele Abhängigkeiten, zu viele offene Variablen. Luhmann unterschied dabei zwischen persönlichem Vertrauen – das in direkten Beziehungen entsteht und auf wiederholter Erfahrung beruht – und Systemvertrauen, also dem Vertrauen in Institutionen, Rollen und Strukturen, die wir gar nicht persönlich kennen. Beide Formen brauchen einander. Wenn das Systemvertrauen erodiert – und genau das erleben wir gerade –, steigt der Druck auf das persönliche. Menschen fallen auf das zurück, was sie selbst erfahren haben. Wer als Führungskraft in diesem unmittelbaren Kontakt verlässlich ist, baut etwas auf, was kein Leitbild und keine HR-Kampagne ersetzen kann.

Selbstwirksamkeit als Gegenbewegung: Was ich tatsächlich beeinflussen kann

Angesichts dieser Diagnose liegt eine naheliegende Reaktion auf der Hand: Resignation. Die Gesellschaft misstraut. Die Organisation ist wie sie ist. Der Fisch stinkt vom Kopf. Was kann eine einzelne Führungskraft schon ausrichten?

Diese Haltung ist verständlich. Und sie ist falsch – jedenfalls als Ausgangspunkt für Handeln. Denn sie verwechselt das, was ich nicht kontrollieren kann, mit dem, was ich nicht beeinflussen kann. Das sind zwei verschiedene Dinge.

Hier setzt der Ansatz der integralen Organisationsentwicklung (intOE®) an, wie ihn Heiko Veit beschreibt: Wirksame Entwicklung beginnt nicht mit dem System – sie beginnt mit der Frage, wer sich entwickeln muss, damit Wandel möglich wird. Nicht als Selbstoptimierungsappell, sondern als ernsthafte Erkundung des eigenen Gestaltungsspielraums.

Was kann ich in meiner Rolle konkret beeinflussen? Welche Beziehungen trage ich? Welche Haltung bringe ich in Gespräche? Welche Signale sende ich, ohne es zu merken? Diese Fragen klingen kleinteilig. Sie sind es nicht. Selbstwirksamkeit – das Erleben, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können – ist kein psychologisches Zuckerstück. Es ist die Voraussetzung dafür, überhaupt handlungsfähig zu bleiben, wenn die großen Strukturen enttäuschen.

Integrale Führung: Den ganzen Menschen und das ganze System mitdenken

Das intOE®-Modell bietet dafür einen hilfreichen Rahmen. Im Kern geht es darum, Organisationen nicht eindimensional zu betrachten – also nicht nur als Strukturproblem oder nur als Kulturproblem oder nur als Führungsproblem. Sondern gleichzeitig.

Das 4-Quadranten-Modell, das integraler Denktradition entstammt, spannt zwei Achsen auf: subjektiv versus objektiv, individuell versus kollektiv. Daraus entstehen vier Perspektiven: die innere Welt des Individuums – Haltung, Werte, Überzeugungen (subjektiv-individuell, oben links) –, das beobachtbare Verhalten des Individuums – Kompetenzen, Handlungen, Gesten (objektiv-individuell, oben rechts) –, die kollektive Kultur – was wir gemeinsam für selbstverständlich, erlaubt oder angemessen halten (subjektiv-kollektiv, unten links) – und schließlich die kollektiven Strukturen – Prozesse, Hierarchien, Systeme (objektiv-kollektiv, unten rechts). Vertrauen in Organisationen lässt sich auf allen vier Ebenen beschreiben – und auf allen vier Ebenen gestalten.

Ein konkretes Beispiel: Eine Führungskraft führt ein neues, offeneres Feedbackformat ein (objektiv-kollektiv: Struktur, unten rechts). Das ändert zunächst wenig, weil die Kultur des Schweigens weiterbesteht – also das kollektiv Geteilte darüber, was in dieser Organisation als angemessen gilt (subjektiv-kollektiv, unten links). Die Kolleginnen und Kollegen fragen sich innerlich: Ist das ernst gemeint? Kann ich das wirklich riskieren? (subjektiv-individuell: Überzeugungen und Impulse, oben links). Erst wenn die Führungskraft selbst – konsequent und glaubwürdig – offenes Feedback annimmt und sichtbar darauf reagiert (objektiv-individuell: Verhalten, oben rechts), beginnt sich das Muster zu verschieben. Keine Ebene allein reicht. Alle vier müssen zusammenspielen.

Was das mit Vertrauen zu tun hat? Alles. Denn Vertrauen entsteht genau dann, wenn diese vier Ebenen kohärent sind – wenn das, was eine Führungskraft innerlich trägt, wie sie sich verhält, welche Kultur sie prägt und welche Strukturen sie schafft, zusammenpassen. Inkohärenz hingegen – die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit – ist der verlässlichste Vertrauenskiller.

Vertrauen heißt nicht Loslassen um jeden Preis

Wer über Vertrauen in Führung spricht, gerät schnell in eine Falle: Vertrauen wird dann mit maximaler Freiheit verwechselt. Nach dem Motto: Wer seinen Mitarbeitenden vertraut, hält sich möglichst heraus.

Doch so einfach ist es nicht.

Wirksame Führung bedeutet nicht, allen Menschen dasselbe Maß an Freiheit zu geben. Sie bedeutet, das richtige Maß an Unterstützung und Steuerung zu finden. Das situative Führungsmodell bietet dafür eine hilfreiche Orientierung.

Menschen unterscheiden sich nicht nur in ihrer fachlichen Kompetenz, sondern auch in ihrem aktuellen Engagement. Neue Mitarbeitende bringen oft hohe Motivation, aber noch wenig Erfahrung mit. Andere verfügen über große Expertise, zweifeln jedoch nach belastenden Veränderungen an ihrer Rolle. Wieder andere sind sowohl hochkompetent als auch hoch engagiert und benötigen vor allem Handlungsspielraum.

Genau hier zeigt sich Vertrauen als Führungsleistung. Wer Menschen mit wenig Erfahrung sich selbst überlässt, handelt nicht vertrauensvoll, sondern fahrlässig. Wer erfahrene und engagierte Mitarbeitende permanent kontrolliert, signalisiert dagegen Misstrauen.

Die Kunst besteht darin, Führung flexibel anzupassen:

  • Lenken, wenn Motivation vorhanden ist, Kompetenz aber noch aufgebaut werden muss.
  • Trainieren, wenn sowohl Orientierung als auch Entwicklung gefragt sind.
  • Unterstützen, wenn Fähigkeiten vorhanden sind, das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit aber schwankt.
  • Delegieren, wenn Kompetenz und Engagement gleichermaßen hoch sind.

Die entscheidende Frage lautet dabei nicht: „Wie viel Kontrolle sollte ich ausüben?“ Sondern: „Was braucht dieser Mensch in dieser Situation, um wirksam zu sein?“

Vertrauen zeigt sich deshalb nicht nur im Loslassen. Es zeigt sich ebenso im aufmerksamen Begleiten, im gezielten Fördern und im rechtzeitigen Übergeben von Verantwortung. Gute Führung erkennt den Unterschied.

Vertrauen als Praxis – nicht als Ziel

Vertrauen ist kein Zustand, den man erreicht. Man kann es nicht installieren, nicht beschließen, nicht per Leitbild verordnen. Es ist eine Praxis. Eine tägliche Entscheidung, konsistent zu sein – auch wenn es unbequem ist. Auch wenn es riskant ist. Auch wenn niemand zuschaut.

Diese Praxis beginnt nicht mit der Gesellschaft. Sie beginnt nicht mit dem Unternehmen. Sie beginnt mit dem einzelnen Menschen in einer bestimmten Rolle, in einem bestimmten Gespräch, in einem bestimmten Moment. Das ist keine Kleinheit. Es ist der einzige Ort, von dem aus Veränderung überhaupt möglich ist.

Wer wartet, bis die Gesellschaft das Vertrauen wiederfindet, wartet zu lange. Wer anfängt – mit einem ehrlichen Gespräch, einem abgegebenen Kontrollbedürfnis, einem zugegebenen Fehler –, ist bereits Teil der Gegenbewegung. Nicht als heroische Geste. Sondern als ganz normale, anspruchsvolle Arbeit.

Merksatz

„Vertrauen beginnt dort, wo jemand den Mut hat, den ersten Schritt zu machen.“

Was jetzt?

Wenn du als Führungskraft diesen Text gelesen hast, dann vermutlich, weil du spürst: So wie bisher funktioniert es, aber es könnte auch anders – besser und leichter – gehen.
Meinen Partner:innen und mir geht es nicht darum, Menschen zu „optimieren“. Wir möchten Organisationen so gestalten, dass Menschen in ihnen wachsen können.

Die Menschen im Partnernetzwerk von WIPPERMANN + PARTNER möchten dich und deine Organisation auf diesem Weg begleiten.

Literatur

Unverdiente Ungleichheit. Wie der Weg aus der Erbengesellschaft gelingen kann – Martyna Linartas (2025)
Analyse über wachsende Ungleichheit in Deutschland und den Sinn, das Fehlen und die Geschichte der Vermögenssteuer in der Bundesrepublik.

Vertrauen. Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität – Niklas Luhmann (1968)
Soziologische Analyse von Vertrauen als Grundlage sozialer Beziehungen und als Mechanismus zur Bewältigung von Unsicherheit und Komplexität in modernen Gesellschaften.

Reinventing Organizations – Frederic Laloux (2015)
Untersuchung von Unternehmen und Organisationen, die auf Selbstorganisation, Sinnorientierung und evolutionärer Entwicklung basieren. Es wird gezeigt, wie traditionelle Hierarchien durch agile und partizipative Strukturen ersetzt werden können.

Kapital und Ideologie – Thomas Piketty (2020, deutsche Ausgabe)
Historische und internationale Untersuchung der Entstehung von Ungleichheit und Vermögenskonzentration. Piketty analysiert die ideologischen Rechtfertigungen sozialer Ungleichheit und entwickelt Vorschläge für eine gerechtere Verteilung von Wohlstand und Macht.

Die Gemeinwohl-Ökonomie. Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft – Christian Felber (2018)
Darstellung eines alternativen Wirtschaftsmodells, das den Beitrag von Unternehmen zum Gemeinwohl stärker gewichtet als finanzielle Kennzahlen. Das Buch verbindet wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit sozialer und ökologischer Verantwortung.

Praxishandbuch Integrale Organisationsentwicklung – Heiko Veit (2018)
Einführung in die integrale Organisationsentwicklung und die ganzheitliche Gestaltung von Veränderungsprozessen in Organisationen unter Berücksichtigung von Struktur, Kultur, Führung und Bewusstsein.

 

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